Über uns

HINTERGRUND

Wachstum? An sich nichts Schlechtes. Wird Wachstum doch grundsätzlich mit „reifer“, „besser“, „weiter“ gleichgesetzt. Doch liegt der Fokus nur auf dem Wachstum der Wirtschaft, auf Gewinnmaximierung, Ankurbelung des Konsums und Effizienzdenken, ergeben sich perspektivisch große Probleme, für die wir gemeinsam nach Lösungen suchen müssen. Warum? Weil wir nicht nur an die Grenzen der Umwelt stoßen, sondern auch an unsere eigenen. Wirtschaftswachstum gilt als alternativlos, angeblich ist es die einzige Möglichkeit, unser Wohlstandsniveau zu halten und unsere Lebensqualität sicherzustellen.

In einem auf Wirtschaftswachstum als Lösung ausgerichteten System bedeutet dies mehr Produkte, mehr Konsum, mehr Beschleunigung in allen Lebenslagen. Doch macht uns das wirklich zufriedener? Und rechtfertigt es die Folgen, die unser Lebensstil für Umwelt, Tiere, andere Nationen, ja unsere Gesundheit hat? Es ist an der Zeit, dass wir uns folgende Fragen stellen: Wie sieht gutes Leben eigentlich aus? Brauchen wir dazu wirklich stetiges Wirtschaftswachstum und die Anhäufung von Materiellem und Kapital, trotz all seiner negativen Konsequenzen? In welchen Bereichen der Gesellschaft ist Wachstum – und vor allem: welche Art Wachstum – tatsächlich sinnvoll? Eines scheint klar zu sein: Nichts kann unbegrenzt wachsen, ohne das es irgendwann Schaden anrichtet. Denn wir leben in einer endlichen Welt. Und manches sollte überhaupt nicht wachsen - Unkraut, Krebszellen, Müllberge. Und auch die Wirtschaft hat einen Punkt erreicht, an dem weiteres Wachstum eher schadet als nützt.

 

ZIELE VON "WACHSTUM IM WANDEL"

Auf dieser Seite wollen wir andere Formen von Wachstum erdenken und vorstellen: das Wachstum von Kooperation, von Gemeingütern, von wirklicher Lebensqualität in Form von Zufriedenheit, die Wohlstand als Basis und nicht als eigentlichen Sinn des Daseins oder Erfüllung versteht oder diesen mit Lebensqualität gleichsetzt. Dabei soll es nicht um Verzicht gehen, sondern um den Abwurf von Ballast – die Abkehr vom Überfluss, der letztlich nicht nur unsere Umwelt schädigt und die Grundlagen unserer Existenz vernichtet, sondern auch uns weder gesünder noch wirklich zufriedener und erfüllter macht. Und wir wollen Lösungen für die Wachstumszwänge moderner Gesellschaften finden. Denn in der Tat hängen wir bisher vom Wachstum in gewisser Weise ab - so wie Arbeitsmarkt, Staatshaushalt, Rentenversicherung und Unternehmen bisher konzipiert sind. Weiter diskutiert werden muss auch, inwiefern genau Wachstum erstrebenswert oder nicht erstrebenswert ist - und warum genau viele (z.B. wir) annehmen, dass aus Umweltschutzgründen Wachstum auf Dauer nicht möglich ist. Im Kern nämlich deshalb, weil Umweltschutz nicht rein technisch gelingt. Neue Technik kann man verkaufen und damit Unternehmen und Arbeitsplätze schaffen - ein genügsameres Leben dagegen hat nicht diese wirtschaftliche Qualität. Die Seite dokumentiert das Nachdenken der hinter ihr stehenden Institutionen und bietet zu den Themen Informationen.

 

Hinter www.wachstum-im-wandel.de stehen:

die Forschungsstelle Nachhaltigkeit und Klimapolitik als wissenschaftliche Forschungseinrichtung und der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND), konkret dessen Bundesarbeitskreis Umweltethik und der Landesverband Sachsen. Prof. Dr. Felix Ekardt, LL.M., M.A. ist Leiter der Forschungsstelle und gleichzeitig BAK-Umweltethik-Sprecher sowie BUND-Sachsen-Vorsitzender. Die Seite wurde ursprünglich von der Soziologiestudentin Judith Kleibs, die bei Felix Ekardt längere Zeit Praktikantin war, mit großem persönlichen Einsatz bearbeitet und ins Leben gerufen.