Bio ist nicht immer klimafreundlicher

Wer Lebensmittel mit Biosiegeln kauft, sorgt dafür, dass in der Landwirtschaft weniger künstliche Düngemittel und Chemikalien eingesetzt werden. Auf Gentechnik und viele Lebensmittel-Zusatzstoffe wird bei der Produktion von Bio-Lebensmitteln ebenfalls verzichtet. Biobetriebe setzen im Vergleich zu anderen Agrarbetrieben nur halb so viel Energie ein, schützen die Gewässer und schaffen Lebensräume für seltene Tiere und Pflanzen. Bio-Lebensmittel aus Übersee helfen zwar, das Ausmaß der Pestizidbelastungen und die Zahl der Pestizidopfer weltweit zu senken. Doch Äpfel aus Argentinien, Trauben aus Chile oder Erdbeeren aus Brasilien sind nicht unbedingt klimafreundlich. Deshalb empfiehlt der BUND, außer auf Biosiegel auch auf die regionale und saisonale Erzeugung der Ware zu achten.

Mindeststandards halten alle Produkte mit dem sechseckigen "Bio-Siegel" und dem "EU-Bioblatt" ein. Strengere Kriterien gelten bei den deutschen Ökolandbauverbänden. Die bekanntesten sind "Demeter", "Bioland", "Naturland" und "Gäa". Deren Siegel gibt es nur bei 100prozentiger biologischer Bewirtschaftung. "Naturland" unterstützt zudem den fairen Handel und achtet auf das Einhalten hoher Sozialstandards für die Beschäftigten. Das "Neuland"-Siegel ist zwar kein Ökolandbau-Label, steht aber für Qualitätsfleisch aus artgerechter Tierhaltung. Für Lebensmittel, die schärfere Standards als die EG-Öko-Verordnung einhalten, wirbt die Initiative "Bio mit Gesicht": Anhand einer Nummer auf jeder Verpackung kann der Kunde auf der dazugehörigen Internet-Seite die Herkunft der Ware nachvollziehen.

Weitere Informationen finden Sie in der BUND-Broschüre "Besser leben. Zu Bio wechseln". Eine Datenbank mit der Beschreibung aller Labels finden Sie unter label-online.de. Die Herkunft von Bio-Lebensmitteln lässt sich hier nachvollziehen: bio-mit-gesicht.de. Eine Übersicht der regionalen Bio-Siegel nach EG-Öko-Verordnung finden Sie unter bio-siegel.de.

BUND Ökotipp

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