Postmoderne

Der Begriff Postmoderne ist ein kulturtheoretischer, philosophischer, literarischer und soziologischer Begriff. Im Allgemeinen ist die Postmoderne eine unklare Sammelbezeichnung für eine neue Geisteshaltung bzw. eine Denkrichtung, die sich als Gegenbewegung zur Moderne versteht. Im engeren Sinne bezeichnet die Postmoderne die künstlerischen Ansätze zur Überwindung und Ablösung der modernen Kunst. Die Postmoderne steht aber auch für die Kritik an einer liberal-aufklärerischen Ethik und Politik. Unter Rückgriff auf Denker wie Nietzsche und Heidegger, aber teils bis hin zu antiken Vorbildern wie den Sophisten haben Denker wie Foucault dabei eine Sichtweise entwickelt, die die rationale Begründbarkeit normativer ethischer und politischer Maßstäbe in Zweifel zieht, ebenso wie die objektive Erkennbarkeit von Fakten. Dies hat weitgehende Folgen auch für die verschiedenen Wissenschaften, wobei die Postmoderne als linke bis linksradikale, aber auch als konservative bis reaktionäre Kritik am liberal-demokratischen Mainstream in Erscheinung treten kann. Die Wendung hin zum Subjektivismus bei Normen und Fakten gleichermaßen kann so gesehen als Akt der Emanzipation erlebt werden, er kann allerdings auch – da er zwangsläufig die Auflösung jeglicher Maßstäbe zumindest nahelegt – als Ende jedweder sinnvollen Kritik an vorherrschenden Zuständen wirken (letzteres ist gut bei Niklas Luhmann zu beobachten). Teilweise wird Postmoderne auch etwas kurzschlüssig gleichgesetzt mit der Tendenz zu sogenannten postmateriellen Werten, wobei soziologisch sehr fraglich ist, ob ein solcher Trend tatsächlich besteht.

Weitere Informationen zum Thema:

  • http://www.bpb.de/nachschlagen/lexika/politiklexikon/18054/postmoderne [23.08.14]

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