Atomkraft

Unter Atomkraft (auch Atomenergie, Kernkraft, Nuklearenergie) versteht man die Nutzbarmachung radioaktiven Materials (insbesondere Uran oder Thorium) durch kontrollierte Kernspaltung zur Erzeugung von Sekundärenergie, die seit Mitte der 1950er Jahre zur Stromproduktion genutzt wird. Es gibt verschiedene in den Atomkraftwerken eingesetzte Reaktortypen, die sich im Wesentlichen durch die verwendeten Brennstoffe, die Kühlkreisläufe und die eingesetzten Moderatoren zur Abbremsung der schnellen Neutronen unterscheiden.
Die (friedliche) Nutzung von Atomkraft schafft eine ganze Reihe von Problemen im Laufe des gesamten Prozesses der Energieproduktion. Dazu gehört beispielsweise, dass der Uranabbau Boden, Wasser und Luft mit radioaktiven Stoffen vergiftet. Für die Anreicherung des abgebauten Urans und die Herstellung der Brennelemente für die Atomkraftwerke werden dann die hochgiftigen, radioaktiven (und waffenfähigen) Materialien über oft große Entfernungen transportiert. Hinzu kommt, dass Atomkraftwerke auch während des Normalbetriebs radioaktive Stoffe in die Umgebung abgeben. So gibt es Studien über eine deutlich erhöhte Krebsrate bei Kindern, die im Umkreis von Atomkraftwerken leben. Ferner besteht die Gefahr eines Super-GAUs, der Leben und Gesundheit von Millionen Menschen und Tieren bedroht und riesige Gebiete auf Dauer unbewohnbar machen kann. Ein Atomunfall kann nicht nur durch technische Probleme, sondern auch aufgrund eines gezielten Attentats auftreten, was in der öffentlichen Debatte meist übersehen wird. Zudem wird der Nutzen der Atomenergie auch insofern überschätzt, als diese bisher nur rund 3 % zur Weltenergieversorgung (nicht allein auf Strom bezogen!) beiträgt. Ferner ist eine sichere Endlagerung des für Hunderttausende von Jahren strahlenden Atommülls weltweit völlig ungelöst.
Auch das Argument, dass Atomkraft klimafreundlich ist, trifft nur dann zu, wenn die Energie für den Uranabbau ebenfalls treibhausgasfrei zur Verfügung gestellt wird. Daneben blockieren längere Laufzeiten von Atomkraftwerken den Ausbau der erneuerbaren Energien sowie den Umbau der Energieversorgung, weil Atomkraftwerke technisch und betriebswirtschaftlich nicht auf ein rasches An- und Abschalten ausgelegt sind, wie es nötig wäre, um die fluktuierende Wind- und Sonnenenergie zu ergänzen. Auch an der mitunter postulierten Kostengünstigkeit des Atomstroms bestehen bei Einbeziehung sämtlicher Kosten (betriebs- und volkswirtschaftlich) große Zweifel. Dazu kommt, dass auch die Uranvorräte begrenzt sind.


Weitere Informationen zum Thema:

  • https://www.ausgestrahlt.de/hintergrundinfos/fuenf-minuten-info.html [26.06.14]
  • https://www.100-gute-gruende.de/index.xhtml [26.06.14]
  • Ekardt, Jahrhundertaufgabe Energiewende, Ch. Links Verlag, Berlin 2014

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