Drei-Säulen-Modell

Das Drei-Säulen-Modell (ähnlich wie das Nachhaltigkeits-Dreieck) ist ein theoretisches Nachhaltigkeitsmodell, bei dem Ökonomie, Ökologie und Soziales als drei gleichrangige und gleichwertige Aspekte der nachhaltigen Entwicklung beziehungsweise der Nachhaltigkeit betrachtet werden. Nachhaltigkeit wird dann nicht mehr primär als das Ziel dauerhaft und global-grenzüberschreitend durchhaltbarer Lebensweisen verstanden, sondern als ganz generelles Anliegen, verschiedene Fragen miteinander in Ausgleich zu bringen. Auch wenn man die generelle Wichtigkeit verschiedener gesellschaftlicher Belange (sinnvollerweise) nicht leugnet, bestehen an einem so weiten Begriffsverständnis von Nachhaltigkeit Zweifel. Erstens wird der Begriff Nachhaltigkeit damit trivial. Zweitens sind die einzelnen Säulen schwer zu fassen, da insbesondere unter „sozialen“ Belangen ganz unterschiedliche Dinge verstanden werden können. Drittens wird suggeriert, Wachstum und Nachhaltigkeit seien problemlos vereinbar, ohne die Rolle des Lebensgrundlagenschutzes als unhintergehbarem Rahmen menschlicher Existenz zu realisieren.


Weitere Informationen zum Thema:

  • Ekardt, Theorie der Nachhaltigkeit, Nomos, Neuausgabe Baden-Baden 2011, § 1 C

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