Entschleunigung

Entschleunigung bezeichnet das Gegenteil von Beschleunigung und will dem fortwährenden – von vielen wahrgenommenen – Schnellerwerden des privaten und beruflichen Lebens, dem Stress des Alltags, der ständigen Erreichbarkeit sowie der Schnelllebigkeit in Industrie- und Wachstumsgesellschaften entgegenwirken. Entschleunigung ist ein Ziel auch von Postwachstumsansätzen, die mehr Zeit für persönliche Interessen, Familie, zivilgesellschaftliches Engagement oder die Selbstversorgung fordert, beispielsweise indem Arbeitszeitverkürzungen mehr Ausgewogenheit zwischen Freizeit und Arbeitszeit avisieren. Auch stressbedingte Krankheiten wie Herz-Kreislauferkrankungen, Kopfschmerzen oder Burnout soll die Entschleunigung verringern. Neben veränderten Arbeitsstrukturen werden wichtige Ansatzpunkte für ein entschleunigtes und zufriedenes Leben beispielsweise Achtsamkeit und Entspannung durch Meditation, Zeiten ohne Mobiltelefon und Internet, Naturerlebnisse, Zeit für Mitmenschen u.a.m. propagiert. Entschleunigung kann auch heißen, dass Tätigkeiten, die zur Routine des Alltags gehören, bewusst und langsam durchgeführt werden, beispielsweise das Essen oder das zu Fuß gehen, anstatt sich unablässig zu bemühen, Zeit einzusparen, zumal dies durch immer neue Aufgaben meist nicht einmal gelingt (Rebound-Effekt). Inwieweit Entschleunigung tatsächlich glücksfördernd wirkt, kann man kontrovers beurteilen, da die Befunde etwa zu vermehrten psychischen Krankheiten auch damit zusammenhängen, dass heute Sachverhalte als krank beurteilt werden, die früher nicht so beurteilt worden wären.


Literaturempfehlungen zum Thema unter:

  • http://www.fritz-reheis.de/ [20.08.14]

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