Globalisierung

Die Globalisierung beschreibt einen Prozess der Intensivierung weltweiter Verflechtungen in ökonomischen, politischen, kulturellen und informations- bzw. kommunikationstechnischen Bereichen, in dem sowohl Kooperationsmöglichkeiten als auch der Wettbewerbsdruck unter Wirtschaftssubjekten zunehmen. Globalisierung im Sinne von weltweiten offenen Märkten führt zudem bisher oft zu komparativen Kostenvorteilen zumindest für viele Beteiligte, die durch grenzüberschreitende Tätigkeiten Standortvorteile ausnutzen, Skalenvorteile aufbauen, Spezialisierungen entwickeln u.a.m. Gleichzeitig führt die Globalisierung dazu, dass sich verschiedene Sozialisationen aufgrund der technischen und wirtschaftlichen Entwicklung weiter annähern. Die wirtschaftliche Globalisierung stärkt zugleich die Position von Unternehmen gegenüber Beschäftigten und Gewerkschaften tendenziell. Ebenso stärkt sie die Position von Unternehmen gegenüber Staaten, weil häufig (wenngleich nicht immer) mit Abwanderung gedroht werden kann, wenn das Unternehmen staatliche Regulierungen – oder im Falle der Arbeitnehmer Lohnforderungen – abwenden will. Deshalb bedarf die wirtschaftliche Globalisierung einer starken internationalen politisch-rechtlichen Flankierung, um einen Wettlauf um die „unternehmensfreundlichsten“ Umwelt- und Sozialstandards zu verhindern. Ein solcher Rahmen ist bisher allenfalls in ersten Ansätzen erkennbar. Globalisierungskritiker bemängeln zudem den ansteigenden Ressourcenverbrauch, beispielsweise durch lange Transportwege. Auch das kann durch eine verstärkte Umweltpolitik, etwa mittels höherer Ressourcenpreise, vermieden werden, wobei diese zur Vermeidung von Verlagerungseffekten entweder international ansetzen müssen oder einer Ergänzung durch einen Grenzkostenausgleich bedürfen. Auch die Weltfinanzsysteme sind durch die Globalisierung zunehmend voneinander abhängig, sodass Finanzkrisen Folgen haben können, die auf der ganzen Welt spürbar sind. Darüber hinaus wird befürchtet, dass die lokale Kultur und die regionalen Bräuche durch die Globalisierung verdrängt werden und sich der Kampf um Arbeitsplätze verschärft, da Arbeitsplätze in einkommensschwache Länder verlagert werden, in denen häufig auch schlechtere Arbeitsbedingungen herrschen. Nicht zuletzt wird kritisiert, dass die Globalisierung zu einer Verschiebung der Machtstruktur führt, da internationale Konzerne teils Einkommen erzielen, die größer als manche Staatshaushalte sind und damit eine enorme Machtposition aufbauen konnten, die das politische Geschehen beeinflusst. Auch dies verlangt nach einer Stärkung der internationalen Politikebene.

Weitere Informationen zum Thema:

  • Ekardt, Theorie der Nachhaltigkeit, Nomos, Neuausgabe Baden-Baden 2011, § 7
  • http://wirtschaftslexikon.gabler.de/Archiv/6406/globalisierung-v12.html [17.04.14]
  • http://www.globalisierung-fakten.de/globalisierung-informationen/globalisierung-ursachen-und-folgen/ [17.04.14]

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