Kapital

In der Volkswirtschaftslehre stellt Kapital einen der drei Produktionsfaktoren neben Arbeit und Boden dar. Unter Kapital bzw. Kapitalstock werden in diesem Zusammenhang einerseits die zur Verfügung stehenden Geldmittel und andererseits der Bestand an Ausrüstung verstanden, der zur Produktion von Gütern und Dienstleistungen eingesetzt werden kann.
In der Betriebswirtschaftslehre bezeichnet Kapital die auf der Passivseite der Bilanz einzelner Unternehmungen ausgewiesenen Quellen des Betriebsvermögens, wobei insbesondere zwischen Eigen- und Fremdkapital unterschieden wird. Neben dem Geld- und Sachkapital wird seit einiger Zeit häufig von Humankapital gesprochen. Damit werden die auf Ausbildung und Erziehung beruhenden Leistungspotenziale der Arbeitskräfte in einem Unternehmen, ihr zur Verfügung stehendes Wissen und ihre Erfahrungen sowie ihre Motivation und Kreativität beschrieben. Der Begriff Kapital kommt auch in anderen Bereichen außerhalb der Ökonomie vor. Pierre Bourdieu hat insbesondere die Begriffe des kulturellen und sozialen Kapitals geprägt, wobei ersteres durch die schulische und außerschulische Bildung, insbesondere durch den Familienkreis gebildet wird und letzteres das Netz sozialer Beziehungen meint, auf die ein Individuum zurückgreifen kann. Solche Begriffsverwendungen werden teilweise auch kritisiert.

Weitere Informationen zum Thema:

  • http://wirtschaftslexikon.gabler.de/Archiv/54789/kapital-v6.html [17.03.14]
  • Ekardt/ Richter, Soziale Nachhaltigkeit?, Zeitschrift für Umweltpolitik und Umweltrecht 2006, 545 ff.

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