Konsumkultur

Konsumkultur meint die Angewohnheiten eines Einzelnen, einer Gruppe oder einer Gesellschaft im Umgang mit Konsumgütern wie Waren und Dienstleistungen. Von der Konsumkultur ist abhängig, ob beispielsweise viele oder wenige Güter in Anspruch genommen werden und welchen Stellenwert der Konsum bei den Menschen einnimmt. Häufig wird Konsumkultur auch mit Konsumgesellschaft gleichgesetzt. Damit ist gemeint, dass Konsum einen derart hohen Stellwert im Leben der Bürger und Bürgerinnen einnimmt, dass die persönliche Identität von den Dingen abhängig ist, die sich die entsprechende Person leisten kann. Dabei wird die Anhäufung von Konsumgütern, Geld oder Statussymbolen mit dem Grad des Glücks, das empfunden wird, gleichgesetzt. Viele Menschen in einer Konsumgesellschaft definieren sich über ihren Konsum und materielle Werte. Teilweise wird der Besitz bestimmter Dinge, beispielsweise der neuesten Smartphone-Version, als wichtig empfunden, um zu einer bestimmten Gruppe zu gehören. Nicht selten wird dabei aus dem Blick verloren, welche Folgen ein übermäßiger Konsum für den Ressourcenverbrauch, die Umwelt oder das Klima hat und ob überhaupt eine Korrelation von Mehrkonsum und Glück besteht (was häufig nicht der Fall ist, da Glück vor allem von interpersonalen Vergleichen abhängt und weniger davon, „an sich“ ein bestimmtes materielles Niveau erreicht zu haben). Da Konsum und Nachhaltigkeit eng miteinander in Verbindung stehen, versucht die Postwachstumsbewegung, ein Verständnis dafür zu erzeugen, dass die Konsumenten durch ihr Verhalten einen Einfluss auf die nachhaltige Entwicklung haben und dass auf ein Großteil des heutigen Konsums verzichtet werden könnte, ohne dass sich die Menschen dadurch unglücklicher fühlen. Ganz im Gegenteil könnte, so jedenfalls die Vorstellung vieler, ein reduzierter, bewusster und wertschätzender Konsum zu einer höheren Lebensqualität und mehr Zufriedenheit beitragen.

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