Arbeitszeitverkürzungen

Die Reduzierung der wöchentlichen Anzahl der Arbeitsstunden bzw. der Lebensarbeitszeit wird als Konzept seit langem diskutiert. Sie kann dazu dienen, den beruflichen Stress zu reduzieren und mehr Zeit für Familie, Interessen und Freizeitaktivitäten, Gesundheit oder gesellschaftliches Engagement zu haben. Ziel ist die Entschleunigung und eine Verbesserung der sogenannten „Work-Life-Balance“. Arbeitszeitverkürzungen können die Lebensqualität steigern und werden außerdem als Mittel zur Reduzierung der Arbeitslosigkeit diskutiert, besonders im Horizont einer Postwachstumsgesellschaft. Denn kommt es beispielsweise aus ökologischen Gründen zu einem Schwinden des klassischen Wachstums, sind für gesellschaftliche Bereiche, die bisher vom Wachstum abhängen, Alternativkonzepte nötig. Dazu zählt der Arbeitsmarkt. Für die Arbeitszeitverkürzung spricht auch ansonsten eine Reihe von sozial-, familien-, gesundheits- und arbeitsmarktpolitischen Gründen, insbesondere vor dem Hintergrund zunehmender psychischer und stressbedingter Erkrankungen wie Burnout (dessen Charakteristik und Häufigkeit allerdings sehr umstritten sind) oder der Notwendigkeit einer höheren Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Auch die stetig voranschreitende Automatisierung beziehungsweise Rationalisierung der Arbeit macht ein neues Modell der Verteilung von Arbeit notwendig. Während in den 1980ern und 1990ern durchaus eine Verkürzung der Wochenarbeitszeit zu beobachten war, dominiert spätestens seit der Jahrtausendwende eine Arbeitszeitpolitik, in der eher die Beschäftigungssicherung und Arbeitszeitverlängerungen – auch ohne entsprechenden Lohnausgleich – im Fokus stehen. Initiativen im Bereich Postwachstum fordern hingegen eine „kurze Vollzeit“ von beispielsweise 30 Stunden pro Woche. Diese muss nicht statisch sein, sondern kann je nach persönlicher und beruflicher Situation variieren.


Weitere Informationen zum Thema:

  • http://wirtschaftslexikon.gabler.de/Archiv/3918/arbeitszeitverkuerzung-v9.html [11.07.14]
  • http://www.arbeitszeitverkuerzung-jetzt.de/perspektive/arbeit-fair-teilen.html [11.07.14]
     

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