Liberalismus

Als Liberalismus wird eine philosophische und politische Konzeption der Gesellschaft bezeichnet, die auf der Vorstellung basiert, man könnte normative Konzepte mit Hilfe der Vernunft rechtfertigen und darauf die zentralen Prinzipien Menschenwürde (oder Autonomie), Unparteilichkeit, Freiheit und (seit dem 19. Jahrhundert zunehmend) auch Demokratie rechtfertigen. Der Liberalismus in diesem Wortsinn ist die Grundlagentheorie des freiheitlich-demokratischen Verfassungsstaates. Die geistigen Wurzeln des historischen Liberalismus reichen weit in die Christentums- und besonders Protestantismusgeschichte zurück. Einzelne Begriffe wie Vernunft und Menschenwürde spielten auch in anderen mittelalterlichen (oder antiken) Denkströmungen eine Rolle, die spezifische Rechtfertigung von Autonomie und Unparteilichkeit als vernünftig und die darauf aufbauende menschenrechtliche Freiheit sind aber erst für den Liberalismus charakteristisch. Eine wichtige Rolle spielte im 18. Jahrhundert die Aufklärungsphilosophie, besonders die von Immanuel Kant, aber vor ihm auch schon von Denkern wie jenen der englischen und schottischen Moralphilosophie des 18. Jahrhunderts, etwa Hobbes, Locke, Hume, Stewart und Smith. Dabei ergeben sich im Begründungsansatz und der politischen Ausrichtung teils große Unterschiede zwischen den verschiedenen Denkern, etwa zwischen dem empiristischen Liberalismus des angelsächsischen Raums und dem kontinentalen Rationalismus, der auch Kant stark geprägt hat. Das konkrete Eintreten für politische Freiheit und vor allem für freie Märkte und Freihandel wurde im 19. Jahrhundert prägend für den politischen Liberalismus.

Weitere Informationen zum Thema:

  • http://wirtschaftslexikon.gabler.de/Archiv/9737/liberalismus-v6.html [19.02.14]
  • http://wirtschaftslexikon.gabler.de/Archiv/10396/neoliberalismus-v6.html [19.03.14]
  • Ekardt, Liberalismus, Besitzindividualismus und Handlungstheorie, 2003

 

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