Reskilling

Reskilling meint das Wieder-Erlernen alter Fähigkeiten und Fertigkeiten, die ein Großteil der Menschen in der Vergangenheit beherrschte, die jedoch durch Automatisierung und Arbeitsteilung zunehmend verlernt wurden. Spätestens seit den 1960er Jahren sind viele Menschen in modernen Wohlstandsgesellschaften nicht mehr in der Lage, handwerkliche Verrichtungen oder Tätigkeiten, die zur Selbstversorgung beitragen würden, selbst durchzuführen. Stattdessen müssen die meisten Waren und Dienstleistungen käuflich erworben werden, kaputte Gegenstände und Geräte werden weggeworfen und durch neue ersetzt und der Bezug zu den Produkten geht verloren. Dies führt häufig zu einem hohen Ressourcenverbrauch, der nicht mit einer nachhaltigen Entwicklung zu vereinbaren ist. Die Postwachstumsbewegung fordert daher ein Reskilling, welches die Menschen in die Lage versetzt, handwerkliche Tätigkeiten selbst durchzuführen, kaputte Dinge zu reparieren, Lebensmittel selbst anzubauen oder andere Dinge des täglichen Bedarfs selbst herzustellen. Die so hergestellten Waren oder die entsprechende Dienstleistung können auch ausgetauscht werden, beispielsweise durch Tauschringe. Damit einher geht nicht nur die Ressourcenschonung, sondern auch mehr Wertschätzung für die hergestellten Produkte und die Unabhängigkeit von kommerziellen und überregionalen Großunternehmen, Preissteigerungen oder auch Versorgungsengpässen und Krisen.

Weitere Informationen zum Thema:

  • https://www.transitionnetwork.org/ingredients/deepening/great-reskilling [30.08.14]

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