Urban Gardening

Urban Gardening (deutsch: Städtisches Gärtnern, zum Teil auch als urbane Landwirtschaft verstanden) bezeichnet eine Form des gemeinschaftlichen Gärtnerns, bei dem meist kleinräumige, brachliegende Flächen im städtischen Raum genutzt werden. Stehen keine dauerhaft nutzbaren Flächen zur Verfügung, werden häufig mobile Hochbeete, beispielsweise aus Paletten zusammengebaut, genutzt, um ohne großen Aufwand den Garten an einen anderen Ort zu verlegen, falls es zu Nutzungs- oder Eigentumsänderungen der Fläche kommt. Im Zentrum des Urban Gardenings stehen die nachhaltige Bewirtschaftung der Flächen und ein hohes Maß an Partizipation und Mitbestimmung bei der Gestaltung des urbanen Wohnraums. Die städtischen Gartenprojekte haben insbesondere durch die Verstädterung an Bedeutung gewonnen. Aber auch die Ablehnung aktueller landwirtschaftlicher Produktionsmethoden, steigende Lebensmittelpreise und der Klimawandel tragen dazu bei, dass sich Menschen zusammenschließen und eigene Nahrungsmittel produzieren. Urban Gardening kann einen Beitrag zur Selbstversorgung in der Stadt leisten und dabei grüne Flächen im städtischen Raum schaffen, die dem Schutz der Biodiversität dienen – einerseits weil die ökologisch bewirtschafteten Flächen Lebensraum für verschiedene Tiere, etwa Schmetterlinge und Bienen, bieten und andererseits, weil häufig seltene, bedrohte Sorten angebaut werden. Zudem bieten die Flächen Raum für gemeinschaftliche Aktivitäten und verbessern das Stadtbild ebenso wie das städtische Klima, das von Grünflächen abhängig ist. Zum Teil ähnliche Funktionen wie das Urban Gardening erfüllt das Guerilla Gardening, bei dem die heimliche Aussaat von Pflanzen ursprünglich dem politischen Protest diente, mit dem mittlerweile aber auch Ziele wie der Erhalt der Artenvielfalt oder die Verschönerung des Stadtbildes verfolgt werden. Soll das Urban Gardening im umfassenden Sinne auf eine Subsistenzwirtschaft im Bereich der Ernährung abzielen, vergrößern sich die Herausforderungen deutlich.

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