Zinseszins

Der Zinseszins ist ein Zins, der auf bereits gutgeschriebene Zinsen berechnet wird. Es handelt sich dem Wortlaut nach um Zinsen von Zinsen. Entsprechend kommt es zu einer Vermehrung des Guthabens – oder der Schulden. Gemäß § 248 des Bürgerlichen Gesetzbuches ist eine im Voraus getroffene Vereinbarung, dass fällige Zinsen wieder Zinsen tragen sollen, nichtig. Sparkassen, Kreditanstalten und Inhaber von Bankgeschäften können jedoch im Voraus vereinbaren, dass nicht abgehobene Zinsen von Einlagen als neue verzinsliche Einlagen gelten sollen, das heißt die nicht abgehobenen Zinsen dürfen zu den Einlagen auf dem Konto addiert und mit diesem zusammen erneut verzinst werden.
Da der Zinseszins zwangsläufig zu einem exponentiellen Wachstum der Schulden auf der einen Seite und des Guthabens auf der anderen Seite führe, wird häufig angeführt, dass der Zinseszinseffekt verantwortlich für den permanenten Wachstumszwang in unserer Wirtschaft sei. Schließlich müsse aus der erwirtschafteten Leistung auch die Zinslast gezahlt werden können, sodass das erwirtschaftete Kapital immer höher sein müsse als die (mithilfe von Krediten) investierte Summe. Da bisher allerdings nicht alle Effekte des komplexen Geld- und Zinssystems abschließend untersucht wurden sind, sollte der Zinseszinseffekt vorsichtig in die Argumentation einbezogen werden.


Weitere Informationen zum Thema:

  • http://wirtschaftslexikon.gabler.de/Archiv/3637/zinseszinsen-v10.html [15.07.14]
  • http://blog.postwachstum.de/wachstumszwang-20121216 [30.08.14]
  • zur Kritik der Zinskritik: http://www.nachdenkseiten.de/wp-print.php?p=10530 [15.07.14]

« Zurück zur Übersicht