Wohlstandsindikator

Mit einem Wohlstandsindikator sollen der Wohlstand bzw. das Wohlergehen und die Lebensqualität einer Nation beschrieben werden. Da Wohlstand und Lebensqualität vielschichtige Begriffe sind, gestaltet sich ihre Messung als sehr schwierig. Lange Zeit galten das Bruttoinlandsprodukt und sein Wachstum als ausschlaggebend für den Wohlstand einer Gesellschaft. Mittlerweile wird anerkannt, dass das BIP ein unzureichender Indikator ist, da es einerseits keine Aussage über qualitative Aspekte des Wohlstands wie beispielsweise Umweltschutz oder Glücksempfinden in einer Gesellschaft geben kann und andererseits weil das BIP-Wachstum in hoch entwickelten Industriegesellschaften wie Deutschland nicht mehr zur Steigerung der Lebensqualität beiträgt. Zum BIP haben sich verschiedene Alternativen entwickelt, beispielsweise der Human Development Index, der Nationale Wohlfahrtsindex, das Bruttosozialglück und der Happy Planet Index. Sie beziehen neben der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit einer Nation auch die Lebensqualität und Aspekte der Nachhaltigkeit in die Messung ein.
Die Enquete-Kommission „Wachstum, Wohlstand, Lebensqualität - Wege zu nachhaltigem Wirtschaften und gesellschaftlichem Fortschritt in der Sozialen Marktwirtschaft“ der deutschen Bundesregierung hat sich zum Ziel gesetzt, einen Wohlstandsindex zu entwickeln, der vergleichbar, glaubwürdig und gut nachvollziehbar ist. Das vorgeschlagene, neue Wohlstands- und Fortschrittsmaß „W3-Indikatoren“ besteht aus zehn Variablen aus den drei Bereichen Materieller Wohlstand/Ökonomie, Ökologie und Soziales/Teilhabe.


Weitere Informationen zum Thema:

  • Lebensministerium (Hg.): Zukunftsdossier No. 3: Alternative Wirtschafts- und Gesellschaftskonzepte. September 2012. Online abrufbar unter: http://www.nachhaltigkeit.info/media/1384510071phppDcfjA.pdf?sid=e27
    fea33ef0d9367f4e3467a9d1550a5 [11.07.14]

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