Wohlstand

Wohlstand ist ein vielschichtiger und umstrittener Begriff. Er umfasst einerseits den materiellen Wohlstand der in einer Volkswirtschaft lebenden Menschen und somit den Grad der Versorgung von Personen, privaten Haushalten oder der gesamten Gesellschaft mit Gütern und Dienstleistungen. Anderseits sind auch das persönliche Wohlbefinden und die Lebensqualität der Menschen mit dem Begriff Wohlstand gemeint. Ausschlaggebend dafür, wie der Wohlstand einer Nation eingeschätzt wird, ist das Verständnis von Wohlstand. Galt früher die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit einer Nation als ausschlaggebend für deren Wohlstand, so ist heute die Idee davon, dass Wohlstand in erster Linie von der Wirtschaftskraft abhängig ist, überholt. Dementsprechend ist auch das Bruttoinlandsprodukt als Wohlstandsindikator mittlerweile in die Kritik geraten und alternative Ansätze der Wohlstandsvermessung, die Aspekte der Lebenszufriedenheit und der Nachhaltigkeit einbeziehen, haben sich entwickelt. Einbezogen werden häufig soziale und ökologische Faktoren wie verfügbare Freizeit, Sicherheit, Einkommensverteilung, Partizipationsmöglichkeiten, Zufriedenheit, eine intakte Umwelt und der Beitrag zum Klimaschutz. In Industriegesellschaften wie Deutschland nimmt die Lebensqualität nicht zwangsläufig mit der Steigerung des Bruttoinlandsproduktes zu. Stattdessen werden Faktoren, die eine hohe Lebensqualität gefährden, durch das Wirtschaftswachstum begünstigt, etwa Umweltverschmutzung, soziale Ungleichheiten und Ressourcenübernutzung.

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