Wirtschaftswachstum

Wirtschaftswachstum ist die Zunahme der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit bzw. des wirtschaftlichen Outputs einer Volkswirtschaft, die insbesondere durch die Steigerung des (Pro-Kopf-)Bruttoinlandsproduktes gemessen wird. Es drückt sich in der Steigerung der inländischen Produktion bzw. des im Inland erzielten Einkommens aus. Gemäß der gesamtwirtschaftlichen Produktionsfunktion ist Y = f (P, L, B, K, W, Sc). Das bedeutet, dass der gesamtwirtschaftliche Output Y abhängig ist vom Preisniveau P und von den Produktionsfaktoren Arbeit L, Boden B (auch „Umweltverbrauch“), Kapital K (und ferner technisches Wissen W und soziales System Sc, wobei letzteres die Summe aller öffentlichen und privaten Institutionen sowie die gesetzliche, politische und gesellschaftliche Struktur meint). Das heißt Wachstum lässt sich insbesondere durch zwei wesentliche Dinge beeinflussen: Die Ausweitung eines oder mehrerer Produktionsfaktoren oder die Erhöhung der Produktivität eines oder mehrerer Produktionsfaktoren.
Wachstum wird als politisches Ziel in Deutschland seit 1967 mit dem Gesetz zur Förderung der Stabilität und des Wachstums der Wirtschaft (Stabilitäts- und Wachstumsgesetz) rechtlich vorgegeben. Auch die EU setzt auf Wirtschaftswachstum um den Wohlstand in den Mitgliedstaaten zu sichern bzw. zu erhöhen und Armut zu bekämpfen. Gleiches gilt für fast alle Staaten weltweit.
Wirtschaftswachstum bezieht sich bisher meist auf das quantitative Wachstum im Sinne der mengenmäßigen Zunahme der gesamtwirtschaftlichen Produktion durch Zunahme des BIPs. Es wäre aber auch möglich, den Fokus auf ein qualitatives Wachstum zu legen, das neben der reinen Steigerung der Wirtschaftsleistung die Verbesserung der Lebensqualität der Menschen, die Schonung der Umwelt oder eine gerechte Einkommensverteilung beinhaltet. Dies erscheint insbesondere nötig, als dass das BIP als Wohlstandsindikator große Mängel aufweist und beispielsweise durch Umweltschäden vergrößert wird. Allerdings ergeben sich bei der Messung der Steigerung des Wohlstands im Sinne eines qualitativen Wachstums erhebliche Schwierigkeiten. Versuche in dieser Richtung sind z.B. der Happy Planet Index oder das Bruttosozialglück.


Weitere Informationen zum Thema:

  • Paschke, Dennis: Grundlagen der Volkswirtschaftslehre anschaulich dargestellt, PD-Verlag, 5. Aufl. Heidenau 2007, S. 299 ff.
  • http://wirtschaftslexikon.gabler.de/Archiv/54614/wachstum-v7.html [17.03.14]
  • http://www.bpb.de/nachschlagen/lexika/lexikon-der-wirtschaft/21136/wirtschaftswachstum [07.07.14]

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