Wachstumszwänge

Mit dem Begriff Wachstumszwänge sind Sachverhalte und Konstellationen gemeint, die das Wirtschaftswachstum in einer Marktwirtschaft bzw. einem kapitalistischen System nötig machen. Der Begriff bezieht sich insbesondere auf das Geldsystem, in dem Kredite und Zinsen gewährt werden. Da Kreditnehmer aus der erwirtschafteten Leistung auch die Zinslast zahlen müssen, müsse das erwirtschaftete Kapital immer höher sein als die investierte Summe. Es muss also immer mehr Geld zurückgezahlt werden, als ursprünglich mit dem Kredit aufgenommen. Dies ist nur möglich, wenn die Geldmenge steigt. Von manchen wird argumentiert, dass insbesondere der Zinseszins – der Zins, der auf Zinsen gewährt wird – zwangsläufig zu einem exponentiellen Wachstum der Schulden auf der einen Seite und des Guthabens auf der anderen Seite führe. Auch die Systeme der sozialen Sicherung, insbesondere das Rentensystem und andere Versicherungsstrukturen, werden häufig als Wachstumstreiber angeführt. Um Wachstumszwänge aus der Marktwirtschaft herauszunehmen und vom Wirtschaftswachstum zum Postwachstum zu gelangen, müssen für Systeme wie Arbeitsmarkt, Bankensystem, Unternehmenswesen oder Sozialversicherung nicht nur Alternativen, sondern auch Konzepte für den potenziell sehr schwierigen Übergang erforscht werden.


Weite Informationen zum Thema:

  • http://blog.postwachstum.de/wachstumszwang-20121216 [30.08.14]
  • Ekardt, Jahrhundertaufgabe Energiewende, Ch. Links Verlag, Berlin 2014, Abschnitt 13

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