Suffizienz

Der Begriff Suffizienz kommt vom lateinischen sufficere, welches „ausreichen“ oder „genügen“ bedeutet. Es steht für „das richtige Maß“. Ziel der Suffizienz ist ein möglichst geringer Ressourcen- und Energieverbrauch und somit die Schonung von Umwelt und Klima. Eine auf Suffizienz ausgerichtete Lebens- und Wirtschaftsweise begrenzt den (Über-)Verbrauch von Gütern und Dienstleistungen und beachtet die natürlichen Grenzen unseres Planeten. Im Zusammenhang mit nachhaltigem Konsum steht Suffizienz auch für Selbstbegrenzung und Entschleunigung sowie ein richtiges Maß an Konsum (bis zum Konsumverzicht). Offen ist dabei, ob Suffizienz freiwillig geübt oder durch politische Maßnahmen herbeigeführt wird, etwa durch eine planmäßige Ressourcenbepreisung, die so weit geht, dass neben technischen Verbesserungen auch Verhaltensänderungen wahrscheinlich werden. In ökologischer Hinsicht steht Suffizienz vor allem für eine Umweltpolitik durch Verhaltensänderungen. Generell bestehen an der rein technischen Lösbarkeit von Umweltproblemen oft gravierende Zweifel (am wenigsten wohl noch beim Klimaschutz). Erstens existieren für einige Teilbereiche wie die Treibhausgasemissionen der Landnutzung kaum technische Lösungen. Zweitens kann das Problemausmaß zu groß sein, um bei anhaltendem Wirtschaftswachstum immer noch eine ausreichende Umweltentlastung zu realisieren. Drittens werden Ressourceneinsparungen häufig durch den sogenannten Rebound-Effekt zunichte gemacht. Dieser Effekt beschreibt, dass Effizienzsteigerungen häufig dazu führen, dass Produkte verstärkt nachgefragt werden, wodurch die Effizienzgewinne zumindest teilweise beseitigt werden.

Weitere Informationen zum Thema:

  • http://www.nachhaltigkeit.info/artikel/suffizienz_1718.htm [19.12.14]
  • Ekardt, Jahrhundertaufgabe Energiewende, Ch. Links Verlag, Berlin 2014, Abschnitt 12 und 13
  • Wuppertal Institut (Hg.) 2012: Von nichts zu viel. Suffizienz gehört zur Zukunftsfähigkeit. Wuppertal Papers Nr. 215

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