soziale Gerechtigkeit

Gerechtigkeit allgemein bezeichnet (wie Wahrheit das Zutreffen von Tatsachenaussagen bezeichnet) die Richtigkeit der gesellschaftlichen Ordnung des Zusammenlebens. Soziale (Verteilungs-)Gerechtigkeit zielt auf einen Unteraspekt davon, nämlich auf materielle Verteilungsfragen. Diese Definition ist das eine, doch eine andere Frage ist, welches genaue Verteilungsschema jeweils als „sozial verteilungsgerecht“ erlebt wird. Neben rechtlich und ethisch streng begründbaren Grundforderungen etwa nach einem Existenzminimum eröffnet sich hier ein breites Spektrum möglicher Vorstellungen zu Verteilungsfragen, die deshalb dem politischen Prozess überlassen bleiben. Mittlerweile wird auch anerkannt, dass soziale Gerechtigkeit nicht an den Landesgrenzen Halt machen darf, beispielsweise im Rahmen des Welthandels. Dementsprechend haben Konzepte von einer globalen Gerechtigkeit an Bedeutung gewonnen. Im Zuge der Diskussion um Nachhaltigkeit hat das Konzept von einer intergenerationellen Gerechtigkeit, die zukünftigen Generationen gleiche Chancen wie heutigen Generationen auf die Befriedigung ihrer Bedürfnisse und gute Lebensbedingungen zusichert, an Bedeutung gewonnen.


Weitere Informationen zum Thema:

  • Ekardt, Theorie der Nachhaltigkeit, Nomos, Neuausgabe Baden-Baden 2011, §§ 1 D. III., 4 F. III
  • http://www.bpb.de/politik/grundfragen/deutsche-verhaeltnisse-eine-sozialkunde/138445/soziale-gerechtigkeit?p=all [22.08.14]
  • http://wirtschaftslexikon.gabler.de/Definition/gerechtigkeit.html?referenceKeywordName=soziale+Gerechtigkeitv [22.08.14]

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